Nach langer Zeit wieder Sex: So bereitet man sich vor

Nach langer Zeit wieder Sex: So bereitet man sich vor

Wer lange nicht mehr mit anderen Sex hatte, hat beim ersten Date oft Versagensängste. Muss man aber nicht haben.

Wer bei uns Mitglied ist, hat oft bereits eine lange Beziehung und/oder eine lange Trennungsphase hinter sich. In beiden Fällen führt die Gewöhnung an einen Partner bzw. „Zwangs-Abstinenz“ oft dazu, dass man dem ersten Sex mit einem neuen potenziellen Partner mit gewissem Unmut entgegensieht. Die Fragen, die einem durch den Kopf schießen, sind mannigfaltig, praktisch immer negativ konnotiert und definitiv dazu geeignet, das Selbstvertrauen nachhaltig zu unterminieren.

Damit werden sie zur oftmals selbsterfüllenden Prophezeiung: Man hat sich so viele Sorgen gemacht, dass man vor lauter Nervosität tatsächlich „versagt“. Damit genau das nicht eintritt, haben wir für den folgenden Artikel Tipps für beide Geschlechter zusammengestellt – und ihr Befolgen kann und sollte vielleicht schon beginnen, sobald man sich auf die Partnersuche begibt, nicht erst, wenn das erste Date vor der Tür steht.

1. Tipp: Gelassen sein!

Dieser erste Tipp ist der wohl wichtigste des ganzen Artikels: Sex ist wie Fahrradfahren, den verlernt man niemals zur Gänze. Das einzige, was passieren kann, sind vergleichsweise harmlose Dinge:

  • Man hat sich sehr an die „Herangehensweise“ mit dem ehemaligen Partner, seine Vorlieben und sein Befolgen der eigenen Vorlieben gewöhnt.
  • Man hat verlernt (oftmals nach langen Single-Phasen) wie man sich wirklich fallenlässt, was man tun muss, um Sex wirklich zu genießen und Genuss zu geben.

Aber: Das sind Kleinigkeiten. Und außerdem wird niemand gleich bei den ersten Malen einer noch knospenden Beziehung erwarten, dass sein Gegenüber Höchstleistungen abliefert – das ist kein Casting.

Soll bedeuten, ganz normalen Routine-Sex zu beherrschen, ist vollkommen okay. Und das bekommt man in jedem Fall hin, das ist auf der menschlichen „Festplatte“ unlöschbar eingespeichert.

2. Tipp: Keine Panikgedanken aufkommen lassen

Wenn das Gedankenkarussell erst mal losrauscht, ist es schwer, es wieder anzuhalten:

  • Bin ich überhaupt noch nackt vorzeigbar?
  • Werde ich in der Lage sein, eine Erektion zu bekommen?
  • Hoffentlich kann ich sie/ihn zum Höhepunkt bringen
  • Kann ich lange genug durchhalten?
  • Was wird er/sie zu meinem Busen/Bauch/Schamlippen/Penis sagen?

Das Problem an der Sache ist, diese Gedanken werden einem selbst dann noch kommen, wenn man bereits „zugange“ ist. Hier kann man nur raten, sich sofort an die Zügel zu nehmen:

Ich bin perfekt so, wie ich bin – sonst würde mein
neues Gegenüber nicht mit mir ins Bett gehen!

Bitte auch bedenken, dass dieses Gegenüber höchstwahrscheinlich eine ähnlich lange Durststrecke hinter sich hat und ähnliche Unsicherheitsgedanken hegt. Der Trick ist, einfach seinen Instinkten zu folgen. Niemanden kümmert es, ob sein neuer Partner wie ein Model aussieht, wenn er gerade Sternchen der Lust sieht.

Die normalen Sex-Grundlagen verlernt man schon deshalb nicht, weil sie in den Genen stecken – und das andere kommt oft beim ersten Mal wieder zurück.

3. Tipp: Üben

Was man nicht übt, kann man nicht ausüben. Eine ganz einfache Logik, die vom Kochen über Instrumente bis zum Sex funktioniert. Aber Tatsache ist: Viele Menschen „üben“ viel zu wenig: Ganze 30 Prozent aller Frauen und immerhin 12 Prozent aller Männer gaben bei einer Umfrage an, „nie“ zu masturbieren. Weitere 19 bzw. 14% tun es höchstens einmal monatlich.

Das ist zu selten. Denn nur, wer sich selbst kennt, weiß auch, was er braucht – und gerade der Männerwelt sei verraten, dass regelmäßige Masturbation der Schlüssel ist, um seinen Orgasmus fast nach Belieben kontrollieren und hinauszuzögern.

Ab dem Moment, an dem man beschließt, auf Partnersuche zu gehen, sollten sowohl Frauen wie Männer sich mindestens einmal wöchentlich „Quality Time“ mit sich selbst gönnen.

An die Frauenwelt: Bitte nicht zu sehr auf vibrierende Spielzeuge vertrauen. Diese können naturgemäß Dinge, die kein menschliches Körperteil kann und tendieren deshalb dazu, einen im negativen Sinn zu „verwöhnen“. Besser sind die eigenen Finger und wenn es ein Toy sein soll, dann ein (ansonsten funktionsloser) Dildo.

Und: Wer allzu große Sorgen hat, bei einem Menschen mit Partnerpotenzial zu versagen, der kann natürlich auch am „lebenden Objekt“ üben – Unverbindliche Sextreffen mit Amateuren sind heute ein echtes Ding, man hat keinerlei Verpflichtungen, muss niemandem etwas beweisen, sondern kann einfach trainieren.

4. Tipp: Nicht von haarigen Trends verrückt machen lassen

Als man das letzte Mal Sex hatte, waren männliche Intimzonen noch ein Urwald, während Frauen gerade begonnen hatten, sich blitzblank zu enthaaren? Oder erfolgte die Trennung erst, nachdem der Trend auf beide Geschlechter übergeschwappt war?

Tatsächlich wird man sich definitiv die Frage stellen, was in welchem Maß an „Kahlschlag“ erwartet wird. Und heute kann man zum ersten Mal (erst recht in der Generation Ü40) mit Fug und Recht sagen „es ist vollkommen egal“.

Denn Tatsache ist, dass die vergangenen Jahre bei beiden Geschlechtern eine Rückkehr der Schambehaarung sahen. Tatsächlich lassen (vor allem in jüngeren Altersgruppen) derzeit sogar viele Frauen wieder Achselhaare wachsen.

So weit muss man vielleicht nicht gehen, das ist bei aller Trendigkeit doch (noch) zu sehr Geschmackssache. Womit man aber definitiv sowohl bei Fans des Enthaarten wie des Wildwuchses niemals falsch liegt, ist eine sauber gestutzte Intimzone als Mittelweg.

Haartrimmer besorgen, Aufsatz zwischen fünf und zehn Millimeter einstellen und einfach mal machen. Sieht bei beiden Geschlechtern gepflegt aus, ohne in die Extreme zu gehen – wo bei erstmaliger Rasur nach vielen Jahren sowieso unschöne Rasierpickelchen und eingewachsene Haare lauern.

An die Herrenwelt: Rasierte Männer-Oberkörper oder gar Beine erwartet praktisch keine Frau. Wer es nicht sowieso tut, braucht also nicht anfangen. Aber wer sowieso beim Intim-Trimmen ist, kann ruhig auch schnell die Achselhaare ohne Aufsatz wegtrimmen.

Wer nicht weiß, welche Intimbehaarung nun trendy ist, greift einfach zum Haartrimmer und wählt den kurzgestutzten Mittelweg.

5. Tipp: Mit Gummis spielen

Ja, auch in der Ü40-Altersgruppe ist die Riege der Geschlechtskrankheiten durchaus vorhanden. Man kann sich niemals wirklich sicher sein, ob das neue Gegenüber einem wirklich die volle Wahrheit sagt, wenn es behauptet, immer monogam gelebt zu haben.

Das hat nichts mit falschem Misstrauen zu tun, sondern ist einfach gesunder Menschenverstand:

Egal wie alt man ist, man sollte erst dann mit jemandem
ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, wenn beide einen
aktuellen Test auf Geschlechtskrankheiten vorweisen können.

Seit einigen Jahren schon sehen Medizinier mit Schrecken, dass eigentlich längst praktisch ausgerottete Geschlechtskrankheiten wieder zurückkehren – in allen Altersgruppen sowie sexuellen Orientierungen.  

Ein Grund dafür sind zwar Resistenzen, ein weiterer, vielleicht noch wichtigerer ist ein vollkommen verändertes Dating-Verhalten gepaart mit dem Glauben, dass heute nichts mehr passieren könne. Und so schossen beispielsweise die registrierten Syphilis-Fälle von 800 Stück zum Jahrtausendwechsel auf fast 7000 2015 hoch.

Insbesondere im Angesicht der Tatsache, dass viele Infektionen lange unbemerkt bleiben, ist deshalb Verhütung vor allem Selbstschutz. Aber: Auch damit sollte man bitte nicht warten, bis man mit dem neuen Partner schon nackt im Bett liegt und das Gehirn vor lauter Erregung nicht mehr ganz da ist.

Soll heißen, Man(n) kaufe sich im Supermarkt eine große Packung Kondome und übe an sich selbst, wie man diese beschädigungsfrei und möglichst nonchalant anzieht – wenn man es einige Male gemacht hat, beherrscht man es im Schlaf.

Doch auch die Frauenwelt sollte sich da nicht außenvorlassen. Dazu besorgt man sich einen Dildo, dessen Abmessungen/Formen möglichst einem normalen Penis entsprechen (also keine Fantasieformen wie Delphine oder Ähnliches). Am besten sind solche mit Saugnapf am Boden, die kann man vor sich auf den Tisch stellen und dann ebenfalls üben, wie die empfindlichen Gummis auch mit Frauen-Fingernägeln schadlos abgerollt werden können.

Vor allem wenn beide Partner nervös sind, lautet die Devise: Einfach mal Initiative ergreifen und machen. Der Rest ergibt sich – immer!

6. Tipp: Verständnis zeigen und einfach mal machen

Wir sehen immer wieder, dass Menschen, die sich auf unserer Seite finden, meist selbst eine gewisse sexlose Durststrecke hinter sich haben. Diese Tatsache sollte man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, denn sie sagt einem, dass man nicht der einzige Part ist, der gerade nervös wie ein Teenager im Bett liegt, sondern höchstwahrscheinlich auch das Gegenüber mit ähnlichen Unzulänglichkeiten kämpft.

Soll bedeuten, dass man sich nicht auf die eigene Nervosität konzentrieren, sondern lieber den neuen Partner aufmerksam beobachten sollte: Wie benimmt er sich? Scheint er routiniert oder doch eher so, als würde er selbst gerade krampfhaft überlegen, was er an Ihnen unternehmen sollte?

Im Zweifelsfall hilft folgendes immer – gegen beiderseitige Nervosität und Ratlosigkeit:

  1. Ein heißer, wirklich mit viel Leidenschaft ausgeführter Kuss.
  2. Das Licht etwas dimmen – aber nicht ganz ausschalten. Im Dunkeln fühlt man sich zwar weniger beobachtet, aber das Risiko für lustige, aber lustkillende Malheure steigt dramatisch.
  3. Ganz vorsichtiger Dirty Talk im Stil von „Du hast eine wunderschöne Vagina“, „dein Penis fühlt sich klasse an“ oder „was du da gerade machst törnt mich unheimlich an“. Einfach nur, um das Gegenüber zu bestärken, es (und sich selbst) aus dieser nervigen Kaninchenstarre zu reißen.

Und eine ganz simple Regel noch dazu: Wenn man sowieso nackt nebeneinander liegt, kann es auch einfach helfen, Hände und/oder Lippen mit der Intimzone des Gegenübers in Kontakt zu bringen. Es ist nur Sex und der macht (fast) immer Spaß, wenn er einvernehmlich ist – auch wenn beide glauben, fast alles verlernt zu haben.

Bildquellen:

1) unsplash.com © Caroline Hernandez

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4) unsplash.com © Malvestida Magazine

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